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Land-Berichte. Sozialwissenschaftliches Journal. H. 3-2019

Zusammenfassungen

Anton Sterbling: Krisen­ursachen des modernen Sozial- und Wohlfahrtsstaates. Grundelemente gesellschaftlicher Ordnungen 

In dem Beitrag geht es um fundamentale Krisenursachen des Sozial- und Wohlfahrtsstaates. Den Ausgangspunkt bilden Max Webers Grundgedanken zur „weichenstellenden“ Bedeutung von Wertideen und Grundwertekonflikten im Hinblick auf unterschiedliche gesell­schaftliche Ordnungen. In einem zweiten Schritt werden Leitideen einer Theorie der Knappheit von Bálint Balla aufgegriffen. Im An­schluss daran erfolgt die vergleichende Analyse unterschiedlicher insti­tutioneller Konstellationen und insbesondere von Märkten und sie stüt­zenden institutionellen Rahmenbedingungen einerseits und Sozial- und Umverteilungsinstitutionen und ihnen entsprechenden sozialen Ent­wicklungsdynamiken andererseits. Vor diesem Hintergrund sollen schließlich Konstruktionsmängel, Krisenerscheinungen und Folgeprob­leme moderner sozial- und wohlfahrtsstaatlicher Umverteilungssyste­me aufgezeigt und erörtert werden.

Peter Bussler: Die Insel Neuwerk  -  Kleinod im Wattenmeer. Ein historischer Abriss (Teil 2)

Bis heute ist die Watteninsel Neuwerk und ihr über 700 Jahre alter Turm ein lohnenswertes und geschichtlich bemerkenswertes Ausflugsziel für Besucher aus allen Teilen der Welt geblieben. Ungefähr 120.000 Gäste gelangen jährlich auf die Insel, auf der etwa 200 Betten zur Verfügung stehen. Obgleich Neuwerk mitsamt seinen 36 bis 40 ständigen Inselbewohnern zum Bezirk Hamburg-Mitte gehört, fühlen sich die Inselbewohner keineswegs als Hamburger, sondern in erster Linie als Neuwerker. In den ersten Jahrzehnten nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges drohte der Insel die Gefahr, ihre Rolle als Oase der Ruhe und des Friedens zu verlieren, weil wirtschaftliche Großprojekte wie der geplante Tiefwasserhafen und touristischer Gigantismus andererseits das Flair der Insel zu zerstören drohten. Dann sollte eine Phase der Mäßigung dazu beitragen, dem Natur-und Umweltschutz, der Einrichtung eines Nationalparks Hamburgisches Wattenmeer, dem Anlegen einer neuen Vogelschutzinsel sowie dem Bau eines  Nationalparkzentrums Priorität einzuräumen, um dieses Naturparadies für zukünftige Generationen zu bewahren. Die zahlreichen Touristen ahnen kaum etwas von der überaus interessanten, vielfältigen und entbehrungsreichen Geschichte sowie der Bedeutung des spätmittelalterlichen Bauwerkes auf der „Nige O“, dem die Insel Neuwerk ihren Namen verdankt.

Werner von der Ohe: 92 Jahre Bieneninstitut Celle: Gründungsstatuten, Status quo, Zukunftsvision

Das Bieneninstitut Celle wurde im Jahr 1927 gegründet und ist eins von sechs Instituten des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) sowie eines der sieben Landesinstitute für Bienenkunde in Deutschland. Honig- und Wildbienen haben aufgrund ihrer Bestäubungsleistung große ökologische (Biodiversität) und ökonomische (Kulturpflanzen) Bedeutung. Das Institut für Bienenkunde Celle unterstützt durch seine Tätigkeiten auf vielfältige Weise die Imkerinnen und Imker, sodass die Bienenvölker auch bei Problemen optimal und versiert geführt werden. Untersuchungen für diverse Auftraggeber sowie Forschungstätigkeiten ergänzen die Beratungs- und Fortbildungstätigkeit. Die Aufklärung über die Bedeutung von Honigbienen, Wildbienen und Imkerei ist ein Schwerpunkt der Öffentlichkeitsarbeit.

Gisela Borchers: Das Ostpreußische Landesmuseum Lüneburg: Aufgabe – Wirkungen – Effizienz

Das Ostpreußische Landesmuseum in Lüneburg ist eines von fünf ostdeutschen Landesmuseen, das von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien auf der Grundlage des § 96 des Bundesvertriebenengesetzes von 1953 zu einem großen Teil finanziert wird. Es ging aus einem 1958 gegründeten privaten Ostpreußischen Jagdmuseum hervor. Nach einem zweiten Umbau 2014-2018 wurde es mit einer auf 3000 m2 vergrößerten Fläche und der Aufnahme einer Deutschbaltischen Abteilung im August 2018 wiedereröffnet. Es liegt inmitten der Lüneburger Innenstadt und soll in den kommenden fünf Jahren noch einmal erweitert werden, um die Bestände des früheren Museums Stadt Königsberg in Duisburg aufzunehmen und um das Zeitalter der Aufklärung zu präsentieren. Die Ausstellung zu Ostpreußen legt den Fokus auf das Land, dessen Kultur, Leute und Wirtschaft, während die Geschichte marginal bearbeitet wird. Wechselausstellungen, Sonderführungen, Vorträge und Aktionen für Kinder runden das Angebot ab.